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Nachruf auf Christiane Niehuss
24.11.2009 – Über Jahrzehnte war Christiane Niehuss als Sozialpädagogin an der Sonderschule für geistig Behinderte tätig und hat mit einem großen Maß an Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und Durchhaltekraft die schwierige Aufgabe von Klassenführung und spezieller Förderung bewältigt.
Sie hat sich schon im HPW und später in dem DLH gewerkschaftlich engagiert. Sie kannte Ursula Koppe gut und pflegte den Kontakt zu ihr. Sie wusste, wie sie ihren Alltag als Seniorin gestaltete und berichtete uns darüber.
Über viele Jahre war sie eine kompetente und sachkundige Vertreterin im Personalrat GHRSo und in der Lehrerkammer.
Während der Zeit, als wir gemeinsam beim Personalrat aktiv waren, hat sie neuen Mitgliedern bei Fachfragen sehr geholfen. Sie beriet uns aber auch, wenn unser Zorn über bestimmte Verhaltensweisen der GEW - Mitglieder laut wurde.
Ja, auch da bewies sie Haltung und wirkte überzeugend – und beruhigend.
Sie sorgte dafür, dass man die Gemeinsamkeit „einer kleinen aber feinen Gewerkschaft“ im Blickwinkel behielt.
- Als Vorstandsmitglied im DLH im Fachbereich GHRSo, wo sie uns oft mit ihrer besonderen sozialpädagogischen Sichtweise auf den menschlichen Kern des Problems führte, war sie uns eine vorbildliche Persönlichkeit.
- Mit großer Feinfühligkeit aber auch unverrückbarer Bestimmtheit, was zulässig oder nicht hinnehmbar ist, hat sie den Arbeitskreis Mobbing geleitet.
- Auf der Bundesebene im VBE als Mitglied im Arbeitskreis Kirchen und Schule hat Frau Niehuss die Diskussionen und Kernaussagen zum Bereich Religion und Ethik maßgeblich beeinflusst.
- Darüber hinaus hat sie als Vertreterin Hamburgs im Rahmen des norddeutschen Verbunds der VBE Landesverbände entscheidend, verlässlich und tat-kräftig die Projekte --- besonders die Lehrertage und die didacta --- mitgestaltet.
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Frau Niehuss hat für den DLH - besser gesagt den VBE Hamburg - über Jahre auf der Bundesebene auch die Frauenvertretung übernommen.
Bei einem Treffen im Literaturhaus war es beeindruckend, wie gut sie sich auch in der Literatur auskannte. Natürlich hatte sie die Bücher des damaligen portugiesischen Nobelpreisträgers Saramago gelesen.
Frau Niehuss machte einem den Eintritt in den DLH leicht. Sie ging einfach auf die Menschen zu.
Man konnte mit ihr über viele Themen sprechen: Von Mark Rothko über die Maler der Brücke bis zu Caspar David Friedrich - sie war eine gebildete Frau, die trotz ihrer Gehbehinderung kaum eine Ausstellung in der Kunsthalle ausließ.
Sie konnte sich freuen, wenn sie noch eine Karte für das schon lange ausverkaufte Ballett von John Neumeier in der Staatsoper – es war das Weihnachtsoratorium - bekam.
Sie steckte interessierten Mitgliedern manchmal Predigttexte von Fulbert Steffensky, den wir sehr schätzten, zu.
(Sie wollte wohl vermeiden, dass man als „fromme Frauen“ oder gar als „ Betschwestern“ belächelt würde.)
Frau Niehuss war nicht nur gebildet, sie hatte eine Haltung, eine Lebenseinstellung, die vorbildlich aber nie belehrend war. Christiane Niehuss war eine Frau mit einem großen Herzen, die sich für andere einsetzte, wenn sie Hilfe brauchten. Sie half Schülerinnen in der Schule und beriet sie, wenn sie seelisch in Not waren auch nach ihrer Pensionierung.
Etliche Weihnachtsessen sind uns in Erinnerung geblieben - nicht nur die gemütliche Atmosphäre in dem Portugiesischen Restaurant, das sie für uns ausgesucht hatte.
Frau Niehuss wusste viel über andere Kulturen. Sie war eine lebenskluge Frau.
Sie wusste, wie man rote Grütze mit etwas Nelkenpulver verfeinern und wo man in der Hafencity gut essen konnte.
Wir werden Christiane Niehuss sehr vermissen.
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