News
Kurze Beine – lange Wege!
07.10.2009 –
Bisher hat für unsere Grundschüler, insbesondere die Erstklässler, immer das Gegenteil gegolten, nämlich „kurze Beine – kurze Wege!“
Auch das wird nun im Zusammenhang mit der Einführung der Primarschule grundlegend „reformiert“:
1. Über hundertmal müssen die Primarschulen an mehreren Standorten eingerichtet werden. Die Konsequenzen für die Kinder, die Schulwege, das Pendeln der Lehrkräfte, die Unterrichtsplanung und die pädagogische Qualität insgesamt werden katastrophal sein.
2. An einer ganzen Reihe von geplanten Primarschulen betragen die Entfernungen zwischen den beiden Standorten bis zu 2,8 Kilometer. (Eine Schule mit 4,4 km Distanz zwischen den beiden Standorten fällt als besonders absurdes Planspiel völlig aus dem Rahmen.) Die Schulen mit diesen Distanzen sind dem DLH bekannt.
Das bedeutet, weil man nicht zur Nutzung seines privaten Kraftfahrzeuges gezwungen werden kann, dass eine Unterrichtsstunde für das Pendeln verbraucht wird. Die Stundenpläne an den Schulen werden massiv darunter leiden.
Der Gedanke, eine Schule für sechs- bis elfjährige Kinder an zwei Standorten in 2.8 km Entfernung einzurichten, verbietet sich eigentlich von selbst. Bei ausreichendem Zynismus könnte man sagen, die Senatorin kommt dem Wunsch der Eltern nach einer Wechselmöglichkeit nach Klasse 3 entgegen: In diesem Fall „dürfen“ sogar alle Kinder wechseln.
Der DLH hat seit längerem davor gewarnt, die Primarschulreform zu beginnen, ohne dass man die Konsequenzen in Bezug auf die Standort- und Raumproblematik bedenkt. Immer deutlicher zeigen sich, bemüht unter Verschluss gehalten oder öffentlich schön geredet, die fatalen Konsequenzen.
Wie bei den Finanzen und der Lehrerversorgung führt die Detailplanung auch hier in ein Desaster, so dass es sich eigentlich von selbst verbieten müsste, unter diesen Bedingungen die Primarschulreform zu beginnen.
Der DLH stellt deshalb fest: Die BSB hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Die Hamburger Schulkinder und die Hamburger Schulen dürfen nicht in ein Chaos gerissen werden.
Der DLH fordert deshalb: Schluss mit der Zwangsreform für alle!
zurück zur Übersicht
