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Pressekonferenz des DLH am 04.09.2009
08.09.2009 – Pressekonferenz des DLH am 04.09.2009 – Themenkatalog
1. Der Lehrermangel und die Primarschulreform
• Das Klemm-Gutachten der GEW belegt den mittelfristigen Mangel an Lehrern.
• Durch die Reform entstehen erhöhte, aber ungesicherte Bedarfe.
• Die Reform muss langfristig abgesichert werden, hierfür sind jedoch bis 2015 mehr junge Kolleginnen und Kollegen notwendig, als Hamburg ausbildet.
• Die üblichen Mehrfachbewerbungen sind kein Beleg für ausreichende Zahlen!
2. Der Wechsel nach der 3. Klasse und die Verzahnung von Primarschule und weiterführenden Schulen
• Das Problem der Verzahnung der zweiten Fremdsprache zwischen Primarschule und weiterführenden Schulen (neues Schlagwort „Bänder“) ist nach wie vor ungelöst und mit den bisher vorgestellten Konzepten auch nicht lösbar!
• Wir haben 14 Sprachen als 2. Fremdsprache. Es ist unmöglich, sie an drei Primar-, Stadtteil- und Gymnasiumsstandorten pro Region (es gibt 22 Regionen!) anzubieten.
• Der Wechsel nach Klasse 3 soll dauerhaft nicht möglich sein. Die Kinder werden bis zur 6. Klasse in ihren Anmeldeverbund „eingesperrt. Entscheidungen fallen vor Klasse 1!
• Die gewünschte soziale Durchmischung findet gerade nicht statt!
3. Die Abschottung der Primarschule will Fluchtbewegungen verhindern
• Die BSB kündigt das Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein.
• Es gibt keine Genehmigungen für neue Privatschulen.
• Die Schulen in freier Trägerschaft werden in fragwürdiger Weise auf die Struktur der Primarschule verpflichtet.
• All das zeigt die Unsicherheit der BSB in Bezug auf die Akzeptanz der Reform.
4. Hamburg wird mit seinem Schulsystem zu einer Insel in Deutschland
• Hamburg plant mit der Verkürzung der weiterführenden Schulen um zwei Jahre eine Insellösung in Deutschland.
• Andere Bundesländer, wie Niedersachsen und Bremen, haben sich davon bereits wieder gelöst.
• Die Insellösung hat absurde und unzumutbare Konsequenzen für Eltern, die von Hamburg wegziehen oder nach Hamburg umziehen.
5. Die versprochene, jedoch weiter fehlende Reform des AZM
• Versprochene Verbesserungen sind nicht erfolgt.
• Die neuen Belastungen durch die Primarschulreform sind zu berücksichtigen!
6. Das neue Personalvertretungsgesetz
• Als einziger Berufsgruppe wird der Zeitaufwand bei Lehrern rigoros gedeckelt auf 1.5 Stunden pro Woche und eventuell ein zusätzliches „Almosen“.
• Diese „Deckelung“ entspricht nicht entfernt der tatsächlich
benötigten Zeit.
7. Welche Ressourcen werden für die geplante Primarschulreform benötigt?
• Es fehlt eine detaillierte Planung für den Lehrer- und Finanzbedarf über mindestens 8 Jahre.
• Nach unseren Berechnungen benötigt allein die Frequenzsenkung von 27 auf 24 ca. 240 Planstellen.
• Wenn man sich auf Finnland beruft, muss man auch die Konsequenzen einplanen: Kleine Klassen, Kompetenzteams und Ressourcen für individuelle Förderung.
• 1.000 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer gemäß GEW-Forderung sind nicht unrealistisch in Bezug auf den Bedarf, unrealistisch aber in Bezug auf die Möglichkeit der Bereitstellung.
8. Der Fortbildungsbedarf für die Reform und die real vorhandenen Ressourcen
• Der Bestand an guten Ausbildern ist unzureichend.
• Das gilt entsprechend auch für die Qualität der Fortbildung.
9. Die Langformschulen werden durch die Reform zerstört
• Die integrativen Konzepte von Klasse 1 bis 10 bzw. 12 der Langformschulen in Hamburg werden zerstört.
Die Forderungen des DLH:
1. Wir fordern, dass den Kolleginnen und Kollegen endlich die versprochene und längst überfällige Aktualisierung der LAZ-VO zugeleitet wird.
2. Wir fordern darüber hinaus, dass die LAZ-VO an die neuen Aufgaben, die durch die Primarschulreform entstehen, angepasst wird.
3. Wir fordern die Überarbeitung des neuen Personalvertretungsgesetzes und eine realistische Bedarfsberechnung für den Zeitaufwand der Personalräte.
4. Der DLH fordert die Wiedereinführung der Altersentlastung!
5. Wir fordern Ehrlichkeit und Transparenz in Bezug auf den Umgang mit den vorhandenen Ressourcen bei Personal, Finanzen und Bausubstanz und endlich detaillierte Bedarfsberechnungen.
6. Der DLH fordert, dass die vorhandenen Ressourcen für inhaltliche Verbesserungen, vor allem für die Frühförderung, die Berufsvorbereitung und für Ganztagsschulen mit Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag verwendet werden.
7. Der DLH sieht die Verzahnung der Primarschule mit den weiterführenden Schulen in Bezug auf die 2. Fremdsprache weiterhin als ungelöst an. Wir fordern, mit der Reform nicht zu beginnen, solange dieses Problem nicht gelöst ist.
8. Der DLH fordert den Erhalt der Langformschulen.
9. Der DLH fordert die Beibehaltung des Elternwahlrechts für die Schulform.
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