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100 Jahre Hamburger Stadtplanung

20.07.2009 –

Im Rahmen des diesjährigen Architektursommers in der Hansestadt präsentiert das Hamburgmuseum eine interessante Ausstellung „Von der Großstadt zur Elbmetropole – Stadtkonzepte der letzten 100 Jahre“.Wenn man Revue passieren lässt,was sich in Hamburgs Stadtplanung in dieser Zeit ereignet hat, so fuhr sie „Achterbahn zwischen Höhe und Tiefe, Enge und Weite“, wie in der WELT zu lesen war. Das erfährt man nicht nur in der Ausstellung, sondern parallel dazu in einem reich bebilderten Buch, das sich als Begleitband anbietet:

Gert Kähler, Von der Speicherstadt zur Elbphilharmonie. Hundert Jahre Stadtgeschichte Hamburg. München/Hamburg 2009: Dölling und Galitz. 232 Seiten. € 24.9o.

Dem Autor, ein bekannter Architekturkritiker und -historiker, gelingt es in überzeugender Weise, in einem gut lesbaren Text mit vielen Abbildungen Hamburgs Baugeschichte vom Dienstantritt des großen Stadtbaumeisters Fritz Schumacher 1909 bis zum Wirken des gegenwärtigen Oberbaudirektor Jörn Walther darzustellen, der den (städtebaulichen) „Sprung über die Elbe“ verkündet hat. Das Buch schildert in spannender Weise, was an Reformen und Plänen durch verschiedene Stadtbaumeister angestoßen oder verworfen wurde. Zudem gab es durch die beiden Weltkriege und durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 große Herausforderungen für den gesamtstädtischen Wohnungsbau. Gegenwärtig kann jeder von uns hautnah erleben, wie das Projekt „Hafencity“ das Bild Hamburgs verändert und in einem ungeahnten Maße Touristen und Fachleute anlockt. Gert Kähler begleitet diesen Chor von Begeisterten als Kenner und kritischer Experte,der nicht immer zustimmt, was architektonisch und politisch geschehen ist und weiterhin geschieht. Er dokumentiert, wie Hamburg das „Bauen am Wasser“ in vielfältiger Weise realisiert hat und realisieren will, wenn man an die Pläne für die Internationale Bauausstellung 2013 denkt.
Ein kleiner Hinweise sei gestattet: Die Frank'sche Siedlung liegt in Klein Borstel, nicht in Wellingsbüttel(S.88),und Hamburgs letzte Straßenbahn fuhr am 30.9.1978 (nicht 1979).


Helmut P.Hagge


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