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Die Demonstration am 18. April 2009: Märchenhaft!
23.04.2009 –
Das war sie wirklich, denn alles stimmte: Mehr Teilnehmer als erwartet waren gekommen, die Stimmung war entspannt und die Argumente auf den Transparenten brachten die Probleme auf den Punkt:
?Groß - Borstel gegen die Reform?, ?Wilhelmsburg gegen die Primarschule?, ?Chaos durch Unfähigkeit? und vor allem: ?Wir sind keine Versuchskaninchen!?
Was die beiden ersten Slogans anbetrifft: Soviel also zu den Lästereien vorab über den Geld- und Bildungsadel aus Blankenese im Gucci-Look, der mit dem Porsche zur Demo fährt.
Deshalb skandierten die Teilnehmer auch immer wieder: ?Wir sind Hamburg!?
Besonders bemerkenswert: Es war eine überparteiliche Demonstration! Frau Ernst von der SPD und Frau Knipper von der CDU demonstrierten mit. Frau Ernst erntete großen Beifall für ihr Plädoyer gegen die Abschaffung des Elternwahlrechts.
Märchenhaft auch deshalb, weil Dr. Scheuerl mit seinem Märchen von der bösen Fee Christaxia und dem guten König Olearius für einen fröhlichen Abschluss sorgte, der gleichwohl die gemeinsamen Sorgen noch einmal zusammenfasste und die Teilnehmer zum Weitermachen motivierte: ?Wir kommen wieder; dies ist nicht die letzte Demonstrati-on!?
Zur Teilnahme des DLH ist zu sagen:
? Es war richtig, teilzunehmen, weil unsere inhaltlich gut begründeten Argumente in die Öffentlichkeit getragen wurden.
? Wir haben deutlich machen können, dass der Eindruck, der durch die Berichterstat-tung der letzten Wochen und Monate entstehen konnte, fast alle Kolleginnen und Kollegen wären für die Primarschulreform, falsch ist!
? Wir haben deutlich gemacht und auch selbst erfahren, dass die Sorgen der Eltern und der Kolleginnen und Kollegen weithin übereinstimmen und berechtigt sind.
? Durch unseren Aufruf an alle DLH-Mitglieder, sich an der Demonstration zu beteili-gen, wollten wir bekräftigen, wie wichtig es für alle Kolleginnen und Kollegen als Be-troffene ist, sich mit den beruflichen und persönlichen Konsequenzen dieser Reform intensiver als bisher zu beschäftigen. Ich habe bisher den Eindruck gehabt, dass viele Kolleginnen und Kollegen diesem Aspekt nicht genügend Beachtung schen-ken.
? Es ist für unseren Verband sehr erfreulich gewesen, dass so viele von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, an dieser Demonstration teilgenommen gaben.
? Arbeiten wir daran, dass es noch mehr werden und helfen Sie mit, dass unsere Argumente an den Schulen noch deutlicher zu hören sind!
Schließen möchte ich mit einer guten und einer schlechten Nachricht, die schlechte zuerst: Von einem Schulfrieden in Hamburg sind wir weiter entfernt denn je. Das ist die Folge der Hauruck-Reform und der Entmündigung der Eltern bei der Wahl der Schulform (siehe ?Blickpunkt Bildung? 2/2008, S. 3).
Die gute Nachricht: Diese Reform ist noch lange nicht in trocknen Tüchern. Durch die Ver-schiebung der Reform für die jetzigen Drittklässler gerät das Vorhaben in die nächste Vorwahlzeit.
Und der Dilettantismus bzw. das Leugnen offensichtlicher Probleme bei den ersten Pla-nungsschritten (Raumfrage, Pendeln, zweite Fremdsprache, pseudodemokratische Gre-mien, Schulschließungen, Schulwechsel nach der 3. Klasse, soziale Entmischung) ma-chen einen Erfolg des Volksbegehrens im November 2009 nicht unwahrscheinlicher.
Ein aktueller Nachtrag zum Thema ?Pendeln?: Die kleine Anfrage des bildungspolitischen Sprechers der SPD, Ties Rabe, erbrachte ähnliche, wenn auch noch höhere Zahlen für das Pendeln aufgrund der Primarschulreform. Bitte tragen Sie auch diese Tatsache ver-stärkt in Ihr Kollegium.
Dieter Semprich
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