Buchbesprechungen

Wie Schüler denken

Wer kennt ihn nicht, den Moment, wenn Schüler spontane Äußerungen vom Stapel lassen oder sich völlig unvorhersehbar verhalten. Als Lehrkraft muss man dann handeln , aber sich auch fragen, was gerade  in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen vorgeht. Es gilt, den Blickwinkel zu wechseln und  zu versuchen, nach den  Gründen und Motiven bei den Schülern zu forschen.
In einem neuen Ratgeber werden Wege und Hilfen angeboten, die den Alltag der Unterrichtenden durchaus entlasten  und  auch nachhaltig wirken können:

Günther Hoeg, Wie Schüler denken ... und was Lehrer darüber wissen sollten. 176 Seiten. Scriptor Praxis – Unterrichten. Cornelsen: Berlin 2011. 19.50 €

Dem Autor, ein erfahrener Gymnasiallehrer und Schulrechtsexperte („Schulrecht“ bei Beltz, 2006) , gelingt es in diesem Band, vor dem Hintergrund neuester Ergebnisse der Hirnforschung und Lernpsychologie das Funktionieren sozialer Prozesse und vor allem des Lernens zu beleuchten. Der Leser merkt sofort, dass hier ein Praktiker am Werk ist, der einen weiten Bogen spannt in Bezug auf  das schulische Lernen, und sein wichtiges Ziel erreicht er sicher und deutlich: Was geht eigentlich in den Köpfen der Lernenden vor?
Der Band ist aufgeteilt in sechs Abschnitte: Grundstrukturen des schulischen Lebens; Erste Prägungen; Kognitives Lernen; Soziales Lernen; Bestätigung, Kritik, Hilfsangebote; Verstöße und Reaktionen. Im Detail werden dann , wie Hoeg es im Vorwort formuliert, „Aufnahmen eines Schülerkopfes im Hirnscanner geliefert“. Dafür erfindet  er den Jungen Kevin und begleitet ihn durch den schulischen Alltag. Die am Rande immer wieder angebrachten Regeln und Denkanstöße für den Leser sind  ein Denkanstoß für schnelle Leser. Eine kleine Auswahl möge  Hoegs pädagogischen Ansätze verdeutlichen. Hier ist eine kleine Auswahl:

Schüler machen lassen. - Sagen Sie Ihren Schülern deutlich, wenn Sie etwas nicht gut finden. - Schüler lernen auch das, was wir nicht wollen. - Der Aktionsradius des Lehrers darf den ganzen Raum umfassen. - Achten Sie auf einen klaren Stundenbeginn und ein klares Stundenende.- Pauken fördert auch kreative Tätigkeiten. - Intensives Üben macht zufriedener. - Das Gehirn liebt Einfaches und Konkretes. - Keine Kuschelpädagogik! - Zeigen Sie nie Ihren Schülern Ihre eigene Lustlosigkeit! - Besser sparsames, ehrliche Lob als Dauerberieselung.
Der Band ist Ratgeber und Handbuch zugleich, man findet über ein knappes Register schnell den gewünschten Begriff. Und es kann nicht schaden, wenn auch erfahrene Lehrkräfte über die Lektüre von Hoegs Gedanken ihr eigenes Tun Revue passieren lassen und es ggf. modifizieren.

In der gleichen Reihe bei Skriptor ist zeitgleich die 8.Auflage eines anderen bewährten Ratgebers herausgekommen:

Gert Lohmann, Mit Schülern klarkommen. Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten. 237 Seiten. 20.50 € .

Durch zahlreiche Übungen (mit detaillierten Diagnose- und Fragebögen) wird der Leser in die Lage versetzt, sein eigenes pädagogisches Handeln zu reflektieren und nachhaltig zu verbessern. Auch hier ist der klare Praxisbezug hervorzuheben. Sehr zu empfehlen!

                                                                                                                       Helmut P.Hagge


Tunnel in Hamburg

Am 7.9.2011 konnte der Alte Hamburger Elbtunnel sein 100-jähriges Bestehen feiern. Dieses Ereignis war nicht nur Anlaß für die Herausgabe einer Sonderbriefmarke der Deutschen Post, sondern auch für eine sehr informative Ausstellung „Hamburg und seine Unterwelt“ im Museum der Arbeit in Barmbek, die noch bis zum 25.März 2012 zu sehen ist.

Wer das Wort „Tunnel“ hört, denkt als Hamburger natürlich sofort an die beiden Elbtunnelbauten, aber darüber hinaus gibt es mittlerweile ein reiche Tradition des Tunnelbaus, wie man gerade wieder mit der Fertigstellung eines neuen Tunnelbauwerkes für die Hafencity U-Bahn U 4 sehen konnte, das im vergangenen September 2000 Menschen in ganzer Länge durchqueren durften.

Zeitgleich mit der Ausstellung ist im Verlag Dölling und Galitz ein Katalogbuch erschienen:

 

Sven Bardua, Unter Elbe, Alster und Stadt. Die Geschichte des Tunnelbaus in Hamburg. 192 Seiten, mit über 200 Abb., Großformat. 29.90 €.

 

Die Hansestadt nimmt den Spitzenplatz ein im Brückenbau in Europa, das ist bekannt. Aber auch der Tunnelbau ist bemerkenswert. Dazu zählen die zahlreichen Abwasserkanäle und die Siele, mit dem Bau des Schnellbahnnetzes auch Tunnel für die U-Bahn und S-Bahn, schließlich eine wachsende Zahl von Straßentunneln (u.a. der Wallringtunnel). Welche baulichen Schwierigkeiten wegen des oft sandigen und moorigen Untergrundes auftreten, wurde vor allem beim Bau der beiden Elbtunnel deutlich. Jeder Besucher des Museums der Arbeit kann sich dort im Angesicht von TRUDE, des Schneidrades des Elbtunnelbohrers , ein Bild von seinen gewaltigen Ausmaßen machen. Der Katalogband, erschienen in der Schriftenreihe des Hamburger Architekturarchivs und herausgegeben von der Hamburgischen Ingenieurkammer-Bau und dem Museum, dokumentiert mit vielen zeitgenössischen Fotos, wer, wo und wie die Tunnelbauten errichtet hat. Dem Autor Sven Bardua ist es mit diesem Band gelungen, dieses Thema spannend und interessant zu vermitteln.

Beides, der Besuch der Ausstellung und die Lektüre des Buches, sind sehr lohnend.

 

                                                                                                                             Helmut P.Hagge



99 Tipps Lehrergesundheit erhalten

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Schultheater und Neue Medien

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Aus aller Welt

Seit rund 30 Jahren lädt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg ehemalige jüdische Mitbürger zum Besuch ihrer Heimatstadt ein.Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg begleiten diese Besuche seit langem und führen dabei immer wieder Interviews mit den Gästen. Ein Ergebnis liegt nun als Buchausgabe vor:

 

Linde Apel u.a. (Hrsg.): Aus Hamburg in alle Welt. Lebensgeschichten jüdischer Verfolgter aus der „Werkstatt der Erinnerung“. Dölling und Galitz Verlag. München und Hamburg 2011. 256 Seiten. 19.90 € .

 

Neben der Präsentation von zehn solcher „oral histories“ erfährt der Leser auch , wie die jüdische Gemeinde in Hamburg nach 1945 wieder Fuß fasste und welche Bedeutung das Besuchsprogramm hat für Hamburg und vor allem für die Besucher aus vielen Ländern Europas und aus Übersee.

 

                                                                                                                    Helmut P.Hagge



Akademisches Gymnasium in Hamburg 1613 – 1883

Vor knapp 400 Jahren wurde in Hamburg eine Institution höherer Bildung gegründet,die mit Vorlesungen in den „artes liberales“ eine Art „Vor-Universität“ darstellte und die dann 1919 zur Gründung der Hamburger Universität führte: das Akademische Gymnasium. Dort wirkten u.a. Joachim Jungius, Hermann Samuel Reimarus und Johann Georg Büsch. Im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens der Universität Hamburg findet im WS 2011/12 eine Ringvorlesung statt, die in insgesamt 10 Veranstaltungen die Geschichte der Einrichtung skizzieren und darüber hinaus einen Einblick in das wissenschaftliche Leben Hamburgs der Zeit geben will. Die Vorträge sind kostenlos und finden statt von 18 -20 Uhr vom 27.10.2011 bis 2.2.2012 im Hörsaal J des Hauptgebäudes an der Edmund-Siemers-Allee.

Die genauen Termine und weitere Einzelheiten sind unter www.aww.uni-hamburg.de zu erfahren.

Insgesamt werden im Wintersemester 36 Vorlesungsreihen mit über 300 Vorträgen angeboten. Das Gesamtverzeichnis liegt als Broschüre bei den Pedellen der Universität aus.



Helmut P. Hagge

dlh interaktiv:

Univeranstaltung am 24.05.2016